BAND 6 - Arbeitslosigkeit und die Möglichkeit ihrer Überwindung

Inhaltsverzeichnis

Ulrich Steinvorth
Warum der unfreiwillige Arbeitslose ein Unrecht leidet
Gebhard Kirchgässner
Kritische Analyse gut gemeinter Vorschläge zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit
Jürgen Kromphardt
Zu den Ursachen und zur Therapie der Arbeitslosigkeit 
Eine Analyse mit Hilfe des arbeitsmarkttheoretischen Standardmodells
Heiner Flassbeck und Friederike Spiecker
Gewerkschaften und Arbeitslosigkeit
Jan Priewe
Der unaufhaltsame Anstieg der Arbeitslosigkeit in Deutschland
Wolf Schäfer
Arbeitslosigkeit in Deutschland: Wer wagt es wieder mal mit Keynes?
Christian Rolfs
Einführung in das Arbeitslosenrecht
Bernd Schulte
Die Entwicklung der Sozialpolitik der Europäischen Union unter besonderer Berücksichtigung der Beschäftigungspolitik 

Vorwort
Der vorliegende Band geht auf eine Tagung zu Fragen der Arbeitslosigkeit zurück, die das Institut für angewandte Ethik am 22. und 23. November 2002 in der Pfalz abhielt. Nicht alle dort vorgetragenen Referate finden sich im Band wieder. Zur Abrundung des Themas wurden weitere Beiträge auch von Autoren aufgenommen, die an der Tagung nicht teilgenommen haben; ihnen gilt unser besonderer Dank. Es sind dies Heiner Flassbeck und Friederike Spiecker, Jürgen Kromphardt, Christian Rolfs und Bernd Schulte. Ziel der Tagung war es, die Gründe und Ursachen der seit Jahrzehnten weltweit anhaltenden und eher wachsenden als fallenden Arbeitslosigkeit und die Möglichkeiten ihrer Bekämpfung zu klären. In dieser Absicht haben wir Ökonomen aus verschiedenen Lagern um Rat gefragt. Wir haben auch Juristen zu Wort kommen lassen, die die positivrechtlichen Bestimmungen zur Bewältigung der Arbeitslosigkeit in Deutschland und die sozial- und arbeitspolitischen Ansätze der Europäischen Union darlegen, und einen Philosophen, der auf das Naturrecht zurückgreift. Das besondere Interesse der Tagung lag jedoch bei den Ökonomen. Die Ergebnisse, die wir einem weiteren Interessentenkreis zugänglich machen wollten, liegen nun vor. Wir können gewiß nicht sagen, daß unser Ziel erreicht wurde. Die Ökonomen gehen nicht nur in den praktischen Konsequenzen ihrer Analysen, sondern schon im Ansatz auseinander. Jeder von ihnen kann den unvoreingenommenen Leser überzeugen, und doch können sie nicht alle zu­ gleich recht haben. Der Leser, der keinem der streitenden ökonomischen Lager angehört, wird zum Schluß kommen, daß bei so unterschiedlichen Ansätzen und Konsequenzen so überzeugender Erörterungen die erörterte Sache selbst Schwierigkeiten hat, die vielleicht noch nicht voll bewältigt wurden. Wir hätten uns gewiß alle ein eindeutigeres und positiveres Ergebnis gewünscht. Wäre es dazu gekommen, so könnte es heute auf dem Feld der Arbeitslosigkeit weniger düster aussehen. Das aber zu hoffen scheint schon vermessen. Trotzdem, oder gerade deswegen, scheinen uns die Beiträge lesenswert. Sie zeigen nicht nur Unvereinbarkeiten, sondern auch Übereinstimmungen, wo man sie vielleicht nicht erwartet hätte. So könnten sie gemeinsam doch ein Stück weit zur Aufklärung über die Sache beitragen.