BAND 12 - Zweiklassenmedizin?

Inhaltsverzeichnis 
Dieter Birnbacher
Wie gerecht ist das deutsche System der Gesundheitsversorgung?
Giovanni Maio
Hilfe nach Berechnung und Kalkül? Von der Infragestellung des sozialen Grundgedankens der Medizin durch die Ökonomie
Christian Lenk
Zweiklassenmedizin und/oder Solidargemeinschaft? Ethische Grundlagen und innere Widersprüche des deutschen Gesundheitssystems Alexander Dietz
Rationierung und Gerechtigkeit, Strukturelle Fragen der Ökonomie im Gesundheitswesen
Volker Neumann
Das medizinische Existenzminimum -  eine Minimalversorgung für die Armen?
Felix Welti
Rechtliche Grundlagen für Gleichheit in der Gesundheitsversorgung
Georg Ertl
Arzt und Medizin in der Marktwirtschaft
Sabine Rahmann
Zweiklassenmedizin aus der Sicht einer Allgemeinmedizinerin
Melanie Neumann, Christian Scheffer, Markus Wirtz, Peter Heusser, Christiane Woopen, Friedrich Edelhäuser
Wie finanzielle Anreize die ärztliche Empathie beeinflussen. Eine Studie zur Perspektive onkologischer Patienten mit gesetzlicher und privater Krankenversicherung

Stellungnahme der Zentralen Kommission zur Wahrung ethischer  Grundsätze in der Medizin und ihren Grenzgebieten (Zentrale Ethikkommission) bei der Bundesärztekammer zur Priorisierung medizinischer Leistungen im System der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)

Rationierung im Schweizer Gesundheitswesen: Einschätzung und Empfehlungen

Vorwort
Gibt es sie derzeit überhaupt (schon), die unterschiedliche medizinische Behandlung je nach Portemonnaie? Werden bestimmte diagnostische oder therapeutische Leistungen schon heute nach Marktgesichtspunkten zugeteilt, wird offen oder versteckt rationiert nach wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit des Patienten? Und falls Rationierung angesichts knapper Ressourcen, der demographischen Entwicklung und einer ständig komplexer und damit auch teurer werdenden Diagnostik und Therapie heute oder in baldiger Zukunft schon unvermeidlich sein sollte - nach welchen Kriterien müsste dann das knappe Gut der medizinischen Zuwendung zugeteilt werden, was wäre gerecht? Und was moralisch vertretbar? Und was schließlich entspricht geltendem Recht? Zu diesem Themenkomplex fand am 25. und 26. März 2011 in Bad Dürkheim die Jahrestagung des Instituts für Angewandte Ethik statt, die unter dem provokativen Titel "Zweiklassenmedizin?" stand. Wissenschaftler aus der Philosophie (Dieter Birnbacher), der Rechtswissenschaft (Volker Neumann und Felix Welti) und der Medizin (Georg Ertl und Sabine Rahmann) behandelten in insgesamt fünf Referaten die Problematik einer "Zweiklassenmedizin" aus ihrer jeweiligen Perspektive. Weiter haben Giovanni Maio und Christian Lenk noch jeweils einen Beitrag für diesen Band zur Verfügung gestellt. Zwei thematisch einschlägige und bereits veröffentlichte Beiträge wurden mit freundlicher Genehmigung der Autorinnen und Autoren wegen des inhaltlichen Zusammenhangs erneut abgedruckt (vgl. die Beiträge von Alexander Dietz und Melanie Neumann et al.). Ergänzt werden diese Aufsätze durch einen Dokumententeil mit Beiträgen zur "Priorisierung" und "Rationierung" seitens der Bundesärztekammer aus Deutschland bzw. der Schweizerischen Akademie der medizinischen Wissenschaften.